PROCAS Ergebnisse

Die Rekrutierung der Teilnehmer und die Dateneingabe für die Studie wurden im April 2018 abgeschlossen.

Seit Herbst 2018 findet die Datenauswertung statt. Erste Publikationen sind seit dem Spätsommer 2019 erschienen. Hier unten finden Sie die Verlinkungen zu den jeweiligen Publikationen.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Patienten und ihren Angehörigen, sowie bei allen Schweizer Krebsregistern und Ärzten,
die an dieser Studie teilgenommen haben, bedanken.

PROCAS Publikationen

I) Prostate Cancer Survivorship in Switzerland (PROCAS): Study Protocol
of the Swiss Multiregional Cohort.
Adam S, Martin-Diener E, Schmid H-P, Arndt, V.

 

 

Swiss Cancer Bulletin. 2019;38(3): 256-261

 

Diese Publikation beschreibt den Hintergrund, das Ziel, die Methodik und die Durchführung der Prostate Cancer Survivorship in Switzerland (PROCAS) Studie. Des Weiteren zeigt der Artikel auf, wie sich die Studienpopulation zusammensetzt; also die Gruppe der Männer, die den Fragebogen ausgefüllt zurückgesendet haben. Insgesamt haben 748 Männer teilgenommen und es wurde eine sehr gute Rücklaufquote von 62.6% erreicht.

Die PROCAS Studie wird es ermöglichen, die Lebensqualität, das Wohlbefinden und die Symptombelastung für eine soziodemographisch repräsentative Stichprobe von Schweizer Langzeit-Prostatakrebs-Überlebenden zu beurteilen.

Weitere Publikationen

Zur Grundlage für die Analyse der PROCAS Daten wurden bereits mehrere Arbeiten veröffentlicht.

I) Health-related quality of life among long-term (≥5 years) prostate cancer survivors by primary intervention: a systematic review.
Adam S, Feller A, Rohrmann S, Arndt V.

Health Qual Life Outcomes. 2018;16(1):22. doi:10.1186/s12955-017-0836-0.

https://hqlo.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12955-017-0836-0

Diese Studie beschreibt als systematische Übersichtsarbeit den aktuellen Forschungstand, ob die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Prostatakrebspatienten ≥5 Jahre nach der Diagnose in Abhängigkeit der Behandlung variiert. In der Arbeit wurden insgesamt die Resultate von 13 unterschiedlichen Studien verglichen.

Die Studie zeigt, dass es basierend auf der bisherigen Forschung keine stichhaltigen Beweise für Unterschiede oder Vergleichbarkeit zwischen Ersttherapien hinsichtlich der langfristigen Lebensqualität von Prostatakrebspatienten gibt. Das heisst, aktuell kann keine Aussage darüber getroffen mit welcher Therapie Prostatakrebspatienten dauerhaft die beste Lebensqualität erzielen können. Dieser Mangel an stichhaltigen Beweisen resultiert aus einer zu geringen Anzahl, einer zu grossen Heterogenität und der begrenzten Qualität der untersuchten Studien.

Um einen Zusammenhang zwischen Lebensqualität und Ersttherapie untersuchen zu können, braucht es mehr gross angelegte prospektive Kohorten oder randomisierte kontrollierte Studien mit wiederholter Lebensqualitätsfolgebewertung.

II) Health‐related quality of life in long‐term survivors with localised prostate cancer by therapy - results from a population‐based study.
Adam S, Koch-Gallenkamp L, Bertram H, Eberle A, Holleczek B, Pritzkuleit R, Waldeyer-Sauerland M, Waldmann A, Zeissig SR, Rohrmann S, Brenner H, Arndt V.

Eur J Cancer Care (Engl). 2019. doi:10.1111/ecc.13076.

https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/ecc.13076

Diese Studie befasste sich mit der Fragestellung, ob sich die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Prostatakrebspatienten mit lokalisiertem Tumor ≥5 Jahre nach der Diagnose in Abhängigkeit der Krebsbehandlung unterschiedet.

Zur Durchführung der Studie wurden bevölkerungsbasierte Daten aus Deutschland verwendet. Die Ergebnisse zeigen das Prostatakrebspatienten, die entweder nur mit radikaler Prostatektomie (operative Entfernung der Prostata) oder ausschliesslich mit Strahlentherapie behandelt wurden, die beste gesundheitsbezogene Lebensqualität und die niedrigste Symptombelastung aufweisen.

Umgekehrt berichten Prostatakrebspatenten, die mit einer Androgenentzugstherapie (medikamentöse Behandlung zur Reduktion der Testosteronmenge) oder einer Kombination aus radikaler Prostatektomie und Strahlentherapie behandelt wurden, über die schlechteste gesundheitsbezogene Lebensqualität und die höchste Symptombelastung.

III) Age-specific health-related quality of life in disease-free long-term prostate cancer survivors versus population controls – results from a population-based study.
Adam S, Doege D, Koch-Gallenkamp L, Thong M, Bertram H, Eberle A, Holleczek B, Pritzkuleit R, Waldeyer-Sauerland M, Waldmann A, Zeissig SR, Rohrmann S, Brenner H, Arndt V.

Arbeit noch nicht publiziert

In dieser Arbeit wurde die altersspezifische, gesundheitsbezogene Lebensqualität von krebsfreien Prostatakrebspatienten (5-16 Jahre nach der Diagnose) und einer krebsfreien Bevölkerungskontrollgruppe untersucht. Datengrundlage hierfür sind zwei bevölkerungsbezogene Studien aus Deutschland.

Die Prostatakrebspatienten berichten über eine gute gesundheitsbezogene Lebensqualität, weisen aber immer noch spezifische Nachteile für die soziale Funktionsfähigkeit und mehr Probleme mit Verstopfung und Durchfallerkrankungen im Vergleich zur krebsfreien Bevölkerungskontrollgruppen auf.

Vor allem Prostatakrebspatienten jünger als 70 Jahre berichteten über mehr Lebensqualitätseinschränkungen und eine höhere Symptombelastung im Vergleich zur krebsfreien Kontrollgruppe und als ältere Prostatakrebspatienten. Alle gefundenen Lebensqualitätsunterschiede zwischen den Prostatakrebspatienten und der Bevölkerungskontrollgruppe waren jedoch nur von trivialer oder kleiner klinischer Relevanz.

Auch die statistische Unterteilung nach Zeit seit der Diagnose ergab wenig Unterschiede zwischen den Untergruppen. Das heisst Prostatakrebspatienten ≥10 Jahre nach Diagnose hatten eine vergleichbare Lebensqualität wie Patienten 5-6 oder 7-9 Jahre nach Diagnose. Bezüglich prostatakrebsspezifischer Symptome war die Belastung für Harnstörungen am höchsten.

IV) The association of cancer‐related fatigue with all‐cause mortality of colorectal and endometrial cancer survivors: results from the population‐based PROFILES registry.
Adam S, van de Poll‐Franse L V., Mols F, Ezendam NPM, de Hingh IHJT, Arndt V, Thong M S.Y.

Cancer Med. 2019;8(6):3227–36.

https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/cam4.2166

In dieser Arbeit wurde analysiert, ob krebsbedingte Müdigkeit (CRF) im Zusammenhang mit einer erhöhten Sterblichkeit von Darm- und Gebärmutterhalskrebspatienten und Patientinnen steht. Dieser Zusammenhang konnte bei männlichen Darmkrebspatienten gefunden werden.

Obwohl Darm- und Gebärmutterhalskrebspatientinnen häufiger von krebsbedingter Müdigkeit berichteten, fanden wir in dieser Gruppe keinen statistisch signifikanten Zusammenhang von krebsbedingter Müdigkeit mit der Gesamtsterblichkeit.

Präsentationen

1. Adam S, Doegge D, Koch‐Gallenkamp L, et al. Age-specific health-related quality of life in disease-free long-term prostate cancer survivors versus population controls – results from a population-based study. DKG-Mitgliederzeitschrift FORUM. Presented at the 4th interdisciplinary Congress on Quality of Cancer Care (QoCC) in Berlin, Germany, 2019 (Age-specific health-related quality of life in disease-free long-term prostate cancer survivors versus population controls_poster)

2. Adam S, v d Polls-Franse L, Mols F, Arndt V, Enzedam NPM, Thong M. The association of cancer‐related fatigue with all‐cause mortality of colorectal and endometrial cancer survivors: a population-based study. Presented at the Annual Meeting of the Multinational Association of Supportive Care in Cancer and the International Society of Oral Oncology in Vienna, Austria, 2018 (Association of cancer‐related fatigue with all‐cause mortality_presentation)

3. Adam S, Mols F, Enzedam NPM, Thong M. The association of cancer‐related fatigue with all‐cause mortality of colorectal and endometrial cancer survivors: a population-based study. Presented at the 33rd German Cancer Congress in Berlin, Germany, 2018 (Association of cancer‐related fatigue with all‐cause mortality_poster)

4. Adam S, Koch-Gallenkamp L, Bertram H, Eberle A, Holleczek B, Pritzkuleit R, Waldeyer-Sauerland M; Waldmann A, Zeissig S, Brenner H, Rohrmann S, Arndt V. Health-related quality of life in long-term survivors with localized prostate cancer by type of intervention. Oncolocy Research and Treatment – Version 33. Presented at the 33rd German Cancer Congress in Berlin, Germany, 2018 (Health-related quality of life in long-term survivors with localized prostate cancer by type of intervention_poster)

5. Adam S, Feller A, Rohrmann S, Arndt A; Health-related quality of life among long-term (>5 years) prostate cancer survivors by primary treatment: a systematic review. DKG-Mitgliederzeitschrift FORUM. Presented at the 3rd interdisciplinary Congress on Quality of Cancer Care (QoCC) in Berlin, Germany, 2017 (Health-related quality of life among longterm PC survivors _systematic review_poster_1)

6. Adam S, Feller A, Rohrmann S, Arndt A; 2017; Health-related quality of life among long-term prostate cancer survivors by primary treatment: a systematic review. Proceedings of the AACR. Presented at the Annual Meeting of the American Association of Cancer Research in Washington D.C., USA, 2017 (Health-related quality of life among longterm PC survivors _systematic review_poster_2)

Preise

Zwei der bisher publizierten Arbeiten wurden mit Preisen ausgezeichnet:

Young Investigator Award (2018) der Multinational Association of Supportive Cancer (MASCC) für die Arbeit:

The association of cancer‐related fatigue with all‐cause mortality of colorectal and endometrial cancer survivors: a population-based study

American Research for Cancer Scholar-in-Training Award (Pezcoller Foundation – 2017) für die Arbeit:

Health-related quality of life among long-term prostate cancer survivors by primary treatment: a systematic review